Ein Rückblick — Das war das KuN Jahr 2019

Liebe KuN Unterstützer … das Jahr 2019 neigt sich dem Ende zu. Kultur und Natur Drüpplingsen hat ereignisreiche Monate hinter sich. Obwohl wir nun schon 10 Jahre mit unserer Initiative auf Iserlohner Ebene reichlich aktiv sind muss man rückblickend sagen, dass wir zwar im Kleinen viel erreicht haben, sich aber – angesichts der großen Tragweite der heute in der Mitte der Gesellschaft angekommenen Klimadebatte – auf städtischem Niveau noch immer viel zu wenig bewegt.

KuN sah sich so in der Verantwortung den sehr bescheidenen Aktivitäten der Politik und Stadtverwaltung bürgerliches Engagement zur Seite zu stellen und mit zahlreichen hochkarätigen Impulsvorträgen die lokale Debatte zu beleben. So wurden durch Referenten wie Niko Paech und Christoph Bals große Fragen aufgeworfen, denen auch eine Stadt wie Iserlohn sich in Zukunft mit Ernsthaftigkeit stellen muss. Es wurden auch Lösungsansätze dargebracht und KuN forderte bei der Stadtverwaltung eine kontinuierliche und bürgernahe Aufbereitung der Themen in Form eines Zukunftslabors.

Da die Stadt den Klimanotstand bis heute nicht ausgerufen hat, muss man weiterhin annehmen, dass die Ernsthaftigkeit der Lage durch die politischen Gremien noch immer nicht erkannt wird.

Der Begriff Nachhaltigkeit taucht zwar vermehrt im Vokabular von Stadtverwaltung und Politik auf, doch hält man offenbar weiter stoisch an Planungen von überdimensionierten Bauprojekten wie einem Digitalcampus fest, schafft es aber im Gegensatz nicht in Stadtplanungsmaßnahmen dezentrale, bürgernahe Energieversorgungsprojekte wie z.B. Mieterstrom in substantieller Form mit auszuformulieren geschweigedenn bei aktuellen Bauprojekten wie der neuen Gesamtschule am Seilersee mindestens Solardächer zwingend vorzuschreiben. So kann regionaler Klimaschutz in keinem Fall gelingen und hier trennt sich das gesprochene Wort von der gelebten Tat.

KuN wird sich – als Ehrenamt Initiative – in bescheidenerer Form, doch weiterhin aktiv und engagiert auch 2020 in die Prozesse einbringen und auch wieder die ein oder anderen Impulse in den Diskurs aussenden. Jedoch ist es nicht die rechte Form – sowohl von Bürgerseite als auch von Seiten der Verwaltung – die Verantwortung um den Fortgang der Diskussionen auf ehrenamtliche Schultern abzuladen.

Wir ALLE haben die Verantwortung die Herausforderungen dieser Zeit endlich anzunehmen, keine Ausflüchte mehr zu machen und endlich unser Tun vor Ort sachlich und ehrlich zu reflektieren – als Politiker, Wähler, Konsument, Eltern, Bürger einer globalisierten Welt.

Die Herausforderungen sind groß, vielleicht größer als alle Herausforderungen zuvor. Doch sie bleiben eine indiskutable Größe denn mit dem Klima können wir eben NICHT VERHANDELN.

Die Wege die es zu beschreiten gilt sind vielleicht unbequem, doch werden wir nicht umhinkommen Einschränkungen in Kauf zu nehmen, wenn wir es mit unseren Bekenntnissen gegenüber der Jugend nur annähernd ernst meinen.

So eröffneten und schließen wir das Jahr mit einem nachdenkenswerten Plädoyer von Niko Paech (https://www.nzz.ch/international/nico-paech-dann-geht-in-gottes-namen-unter-ld.1518768) und hoffen wir alle werden vor und während der Feiertage auf hysterische Shopping Exzesse verzichten und lieber mit der gewonnenen Zeit mal in sich gehen und darüber sinnieren wie wir alle Teil der Lösung werden können anstelle Teil des Problems zu bleiben.

In diesem Sinne wünscht KuN besinnliche Feiertage und einen guten Rutsch in die 3. Dekade des neuen Jahrtausends. Namaste … und möge die Macht mit Ihnen sein 🙂

Ihr Team von KuN Drüpplingsen

Hervorgehobener Beitrag

Kommende Termine

Alle Veranstaltungen finden – solange nich anders im Text erwähnt – immer in der ALTEN GRUNDSCHULE – EICHELBERGER STR. 65 – 58640 ISERLOHN- DRÜPPLINGSEN statt.

16.01.20 um 19.00 Uhr Bundesweiter FILMSTART „Der Marktgerechte Mensch“ (http://marketable-people.org/index.php/de) — Anschließend DISKUSSION

18.01.20 um 13.00 Uhr WORKSHOP & INFOVERANSTALTUNG „Vegan backen“ mit Wibke & Lothar von http://www.lebenshof-fuer-tiere.de sowie Produktpräsentation mit http://www.vegablum.de + Repair Cafe + Kaffeetrinken

04.04.20 WEINPROBE mit BIO WINZER Hoffman vom Weingut an der Mosel

Hervorgehobener Beitrag

16.01.2020 um 19.00 Uhr FILMPREMIERE "Der marktgerechte Mensch" + Diskussion

Am 16.01.20 startet bundesweit der neue Dokumentarfilm von Leslie Franke und Herdelor Lorenz „Der Marktgerechte Mensch“. KuN Drüpplingsen hat das Crowdfunding der Filmproduktion unterstützt und zeigt nun zum Bundesstart den Film in Iserlohn.

Wenn der Mensch zur Ware wird. Nachhaltigkeit bedeutet auch nachhaltiger Umgang mit sich selbst. Eine Gesellschaft, die Menschen als Ware sieht hat den Gedanken des Gemeinwohls vergessen. Ist es nicht höchste Zeit auf allen Ebenen umzusteuern und sich zu besinnen was eine gesunde Gemeinschaft ausmacht?

Einiges ist aus den Fugen geraten. Der Film beleuchtet diese dramatische Entwicklung. Im Anschluss gibt es eine Diskussion zum Thema.

Weitere Infos: http://marketable-people.org/index.php/de

7.11.19 um 18.30 Uhr: „Keine Zeit für halbe Sachen – Kommunaler Klimaschutz unter dem Druck der Zeit“

Vortrag und Diskussion mit Christoph Bals, Germanwatch e.V. http://www.germanwatch.org/de

In den Medien und in der Politik will man dem Bürger immer wieder aufzeigen wie weit wir in der Frage Klimaschutz und Energiewende bereits vorangekommen sind. Man möchte sich gerne mit den Erfolgen der Vergangenheit präsentieren und verweist auf Absichtserklärungen in die Zukunft. Gerade auf kommunaler Ebene wird die Verantwortung gerne an die Bundesebene abgegeben.

Fakt bleibt aber unterm Strich, dass trotz aller Rechenspiele und verzerrender Darstellung der größte Teil der Wissenschaftler davon ausgeht, dass wir nicht geringfügig sondern massiv allen notwendigen Einsparungen an CO2 Ausstößen hinterherhinken und dass Wandelprozesse viel zu langsam von statten gehen.

Und während man so sinniert wo man eigentlich steht, gehen alte Prozesse stoisch weiter. In der Region um Iserlohn soll eine Autobahn gebaut werden, ein schützenswerter Wald könnte teilweise zerstört werden, große ressourcenintensive Baumaßnahmen sollen realisiert werden und im Gegensatz verbleiben parallel dazu aber Verkehrswende und bürgernahe Inner-Iserlohner Stromproduktion auf der Stufe von weiter zu prüfenden Maßnahmen stecken. Niedrig hängende Früchte – ein Begriff den CDUs Peter Altmeier derzeit gerne benutzt (aber doch ggfls. etwas anderes darunter versteht als ein Großteil der klimaaktiven Bewegung) – werden nur symbolisch oder gar nicht angegangen. Maßnahmen gäbe es zu Genüge. Zukunftslabor, Essbare Stadt, GWÖ Bilanz, Teilen und Tauschen Plattformen, Umnutzung von Verkehrswegen, kleiner dimensionierte Bauprojekte, weniger Ausnahmeregelungen für Industrie und Gewerbe bei Dachbegrünungen, zwingende Umsetzung von Solaranlagen auf allen städtischen Gebäuden, führende Iserlohner Politikvetreter als gutes Beispiel in Bus, Bahn, Fahrrad oder Elektroauto, Fleischfreier Tag in öffentlichen Kantinen etc, etc sind nur einige der Ansätze, die eine Kommune auch ohne Fahrplan der Bundespolitik auf den Weg bringen könnte, wenn das Problem in vollem Umfang verstanden und angegangen würde.

8.10.19 um 19.00 Uhr: „Profit vor Gemeinwohl? Kann das gutgehen? Impulse für die heimische Wirtschaft“

VORTRAG von Rolf Weber, Referent für Gemeinwohl Ökonomie – Wirtschaftsmodell mit Zukunft http://www.ecogood.org/de

Die Initiative Kultur und Natur Drüpplingsen geht in eine weitere Runde ihrer Vortragsreihe „Wie wollen wir leben, wie müssen wir planen?“. Als bürgerlicher Beitrag zum Diskurs um die Stadtentwicklungsmaßnahmen „Mein Iserlohn 2040“ möchte man hier wieder kritisch Position beziehen und Impulse für einen nachhaltigen Wandelprozess geben.

Die Initiative wurde mit ihren Anregungen mittlerweile auch von der Iserlohner Stadtplanung eingeladen um ihre Ideen bezüglich eines Iserlohner Zukunftslabors vorzustellen.

Nachdem bei der letzten Veranstaltung mit Prof. Uwe Schneidewind das Thema Kommunikation und Teilhabe im Mittelpunkt stand, will man nun auf unternehmerische Verantwortung fokussieren und das Prinizip einer Gemeinwohl Ökonomie Bilanz vorstellen.

Iserlohner Unternehmer, die GfW, die SIHK, die Fraktionen sowie Vertreter der Fridays for Future Bewegung sind teils persönlich zur Teilnahme eingeladen. Aus der Politik wird auch auf dem Podium zur Thematik Stellung bezogen.

Gemeindehaus Erlöser Kirche – Im Wiesengrund 90 – 58636 Iserlohn

Der Eintritt ist für alle Besucher frei, um Spenden wird gebeten.

03.09.2019 um 19.00 Uhr: UWE SCHNEIDEWIND „Zukunftskunst – über den ernsthaften und dennoch positiven Aufbruch“

Vortrag und Diskussion mit Uwe Schneidewind
Präsident vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie
http://www.wupperinst.org

Seit 30 Jahren diskutieren wir die Wende zu einer nachhaltigen Entwicklung: als Energiewende, als Ernährungswende, als Mobilitätswende. Dahinter steht die Idee einer »großen Transformation«. Damit ist der umfassende Umbau von Technik, Ökonomie und Gesellschaft gemeint, um mit den sozialen und ökologischen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts umzugehen. Die Blaupausen für die Wende liegen vor. Aber es tut sich wenig. Uwe Schneidewind zeigt mit den Erfahrungen des Wuppertal Institutes auf, wie die Kunst einer Zukunftsgestaltung aussieht, die Zukunftsvisionen mit einem aufgeklärten Innovations- und Transformationsverständnis verbindet.

Gemeindehaus Erlöser Kirche – Im Wiesengrund 90 – 58636 Iserlohn

23.7.19 Vortrag: LEO SCHWERING „Nachhaltiges Bauen für den Klimaschutz“

Rohstoffe sind knapp und wertvoll, CO2 Ausstöße sind auf verheerendem Niveau. Wie können in Zukunft Bauvorhaben überhaupt noch umgesetzt werden ohne die Problematik um Klima, Umwelt und Ausbeutung unnötig und übermäßig weiter zuzuspitzen?


Wenn man von Rohstoffen spricht geht es nicht „nur“ – wie zuerst vielleicht vermutet – um Öl. Sand ist heute eine fast ebenso seltene Ressource. Die Baubranche verschlingt Massen an Sand. Abgesaugt von Meeresböden zerstört der Bedarf ganze Ökosysteme in den Ozeanen bevor er – nach endloser Reise um die halbe Welt – dann zum Bau unseres schicken Eigenheims auch auf deutschen Baustellen verbaut wird. Zementproduktion, Förderung und Transport von Baumaterialien haben desaströse Klimabilanzen. Dämmstoffe auf Mineralölbasis sind der Sondermüll von morgen. Und schließlich ist da noch der Lebensraum, die Fläche, die wir bewohnen. Heute spricht man von im Schnitt 46qm pro Person. Ein Vielfaches von der Fläche, die Menschen noch vor 15 Jahren bewohnten. Flächen die beheizt werden müssen. Alles in allem ist der Sektor Bauen und Wohnen ein wahnsinniger Klimakiller und Umweltverschmutzer.


Wo sind Ansätze diese Probleme zu entschärfen? Welche Alternativen des Ökologischen Bauens gibt es? Dies diskutiert mit Ihnen der Iserlohner Öko Architekt Leo Schwering am 23.7 ab 19.00 Uhr in der Alten Grundschule Drüpplingsen (Hinterer Eingang).

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